Equipmentcheck Bühnen- und Konzertfotografie

Welches Equipment benutze ich in der Theater- und Konzertfotografie um professionelle Bilder zu bekommen?

In meinem heutigen Blog stelle ich euch mein Equipment vor, welches ich als als Theater- und Konzertfotograf benutze. Wie ihr im letzten Beitrag erfahren habt, kam ich mit meinem Equipment, welches ich zur Landschaftsfotografie nutze, unter den gegebenen Bedingungen nicht gut zurecht. Dort war ich aufgrund des Gewichts gerne mit Objektiven mit einer Offenblende von f/4 unterwegs. Dies hatte neben fototechnischen Anforderungen auch den Grund, dass die Objektive doch bedeutend leichter sind, als zum Beispiel vergleichbare Objektive der L-Serie mit Blende f/2.8 von Canon.

Die Objektive:

Im Bereich der Konzert- und Theaterfotografie fotografiere ich jedoch häufig mit Offenblende, Zum einen, weil wenig Licht vorhanden ist, aber auch um gezielt Unschärfe zu setzen und so Motive zu isolieren. Mein Canon EF-L 24-70mm f/4 und das EF-L 70-200 f/4 wurden bei Offenblende meinen Ansprüchen im Bezug auf die Schärfe nicht gerecht. Deshalb hieß es für mich, zu investieren. Ich legte mir die gleichen Brennweiten aber mit f/2.8 zu. Mit diesen Objektiven arbeite ich seitdem sehr gerne und sie verrichten zuverlässig ihre Arbeit.

Musiker Konzerthaus

Herbert Pixner Projekt Konzerthaus Dortmund 21.11.2019

Die Kamera:

Weiter ging es mit der Kamera. Meine EOS 6D war der perfekte Begleiter in den Bergen und ich habe sie wirklich gerne auf so manchen Gipfel getragen. Sie war noch annehmbar vom Gewicht und hat mich unter anderem auch auf den Ortler begleitet. Allerdings war der Autofokus in Bühnensituationen zu langsam. Dies war bislang nie ein Kriterium, da Landschaften im Normalfall ja nicht weglaufen. Man hat alle Zeit der Welt. Bei einer Tanzshow sieht dies vollkommen anders aus. Dort gilt es, schnell auf Situationen zu reagieren und den richtigen Moment zu erwischen. Da die Canon EOS 1 DX preislich nicht für mich in Betracht kam, fiel meine Wahl zunächst auf eine Canon EOS 5D Mark III. Da ich jedoch noch eine weitere Kamera als Backup wollte, hielt ich noch nach etwas spiegellosem Ausschau.

Dort fiel meine Wahl nach langen Überlegungen und Vergleichen auf eine Sony Alpha 7R Mark III. Diese Kamera hat für mich viele Vorteile.

Hier nur einige aufgezählt: Zunächst ist die Auflösung von 42 Megapixeln ein Argument, da ich oft Bilder großziehe, um den richtigen Ausschnitt zu haben. Der Fokus ist auch im Verfolgungsmodus sehr schnell und genau. Ein weiteres, starkes Argument ist die Möglichkeit, lautlos auszulösen. Dies ist bei Konzerten und Theatervorstellungen unerlässlich, da so die Vorstellung nicht durch das Verschlussgeräusch gestört wird. Hilfreich sind die frei programmierbaren Einstellräder. So ist kein großes Umdenken zwischen der Canon und der Sony nötig. Im direkten Vergleich kommt auf Grund der Bedienbarkeit allerdings immer noch der Wunsch auf, dass Canon in absehbarer Zukunft eine vergleichbar gute spiegellose Kamera auf den Markt bringt. Die Menuführung sowie die Position der wichtigen Bedienelemente sind bei Canon in meinen Augen wesentlich besser ausgearbeitet und die Ergonomie um Welten besser auf den Benutzer ausgelegt. Es fühlt sich halt alles an, als sei es an genau dem richtigen Ort angebracht.

Star Dust-From Bach to Bowie-frankwiesenphotography

Mit das wichtigste Kriterium, welches mich in Richtung Sony brachte ist die Möglichkeit mit dem Sigma MC-11 Adapter meine Canon Linsen weiter zu nutzen. Ich hatte nicht den Plan, einen kompletten Systemwechsel zu vollziehen. Hierzu habe ich mir unzählige Youtube Berichte angeschaut und sehr lange überlegt, ob es in Richtung der viel gehypten Metabone Adapter geht oder doch auf die relativ neue Entwicklung von Sigma. Da ich die Objektive von Sigma sehr schätze, fiel meine Entscheidung auf den Sigma MC-11 Adapter. Bis heute hat er mich nicht enttäuscht und nach 2-jährigem ständigem Gebrauch unter teils schwierigen Verhältnissen, seine Arbeit tadellos verrichtet. Durch regelmäßige Firmwareupdates von Sigma, wird der Adapter konstant auf dem neusten Stand gehalten.

Ja, es gibt ein paar wenige Einschränkungen, im Gegensatz zu E-Mount Objektiven. So werden einige AF-Modi im Gebrauch mit Canon Objektiven nicht unterstützt. Hier wird von Sony Seite sicher eine Einschränkung programmiert sein. Der Gebrauch von Sigma Objektiven mit EF Anschluss läuft ohne Einschränkung.

In einigen Videos findet man die Information, dass der AF mit original Sony Objektiven schneller sein soll. Dies konnte ich nach eigenem Vergleich so nicht bestätigen. Der Fokus ist wahnsinnig schnell und auch im Verfolgungsmodus sehr beeindruckend.

Beim Transport meines Equipments schwöre ich auf meinen Lowe Pro Whistler Rucksack. Er bietet wahnsinnig viel Platz für mein Equipment und das bei jeder Herausforderung. Zudem war es für mich sehr wichtig, dass er auch beladen noch gut zu tragen ist, da er schnell mal zwischen 15 kg und 20 kg wiegen kann. Durch das gute Gurtsystem und die angenehme Polsterung funktioniert dies perfekt. Ist man outdoor unterwegs, bietet er auch noch reichlich Platz für anderes Equipment. Auf Bergtouren, bekomme ich so meine komplette Kameraausrüstung, plus DJI Mavic 2 Pro Drohne sowie Klettersteigset, Helm und Proviant sicher untergebracht.

Wenn ich eine Liveshow fotografiere und mobil bin, habe ich durchweg beide Kameras im Einsatz. Auf einer Kamera ist dann das 24-70 und das 70-200 ist auf der anderen Kamera angebracht. Für besondere Aufnahmen, wo es darauf ankommt, die Stimmung des Ganzen einzufangen benutze ich ein Sigma Art 14mm f/1.8 So bin ich durchweg gut ausgerüstet und muss nicht im Dunkeln die Objektive wechseln. Ich nutze dann einen Gurt von Kalahari, wobei es auch unzählige andere Lösungen gibt. Ich finde ihn stilisch, da er aus Leder ist und man damit auch noch ordentlich angezogen aussieht. Ich bin nicht so der Kakiwesten Typ 😉

In den seltenen Fällen, wo es nötig oder möglich ist einen Blitz zu nutzen, vertraue ich auf einen Godox AD600 Pro. Er hat eine sehr konstante Lichtfarbe und ermöglicht mir eine durch seinen Akku und seine WLAN Steuerung ein sehr mobiles Arbeiten. Ihn habe ich mit verschiedenen Softboxen und Lichtformern im Einsatz.

Im Anhang findet Ihr noch eine komplette Liste des Materials, was bei mir als Bühnen- und Konzertfotograf zum Einsatz kommt . Diese könnt Ihr als Anhaltspunkt nehmen, falls Ihr vorhabt, in diese Richtung der Fotografie zu gehen.

Ich hoffe euch mit diesem Blog wieder ein paar Tipps geben zu können, die euch in eurer Fotografie weiterbringen.

Hinterlasst gerne eine Bewertung und schreibt doch in den Kommentaren, mit welchem Equipment ihr so unterwegs seid. Fragen und Anregungen zu meinen Blogthemen beantworte ich natürlich auch gerne.

Im nächsten Blog geht es darum, dass Technik nicht alles ist. Erfahrt mehr über Dinge wie Kommunikation, Sprachbarrieren und vieles mehr.

Als Letztes bleibt zu erwähnen: Falls Ihr Lust auf die beschriebenen Produkte bekommen habt, gelangt ihr über die Links direkt zu einer Kaufoption. Die Angebote sind nicht teurer als direkt über das Kaufportal, aber ich erhalte eine kleine Vergütung, die mir dabei hilft, meinen Job als Fotograf auszuüben.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen

Ich danke euch für eure Unterstützung!

Equipment:

Kameras:

Canon EOS 5D Mark III

Sony Alpha 7R Mark III

Objektive:

Canon EF 70-200 f/2.8 IS III USM

Canon EF 24-70 f/2.8 II USM

Sigma Art 50mm f/1.4

Sigma Art 14mm f/1.8 DG HSM

Sigma MC-11 Adapter

Zubehör:

Sirui N-3204 X Universal Drei-/Einbeinstativ Carbon

Sirui K-30X Kugelkopf

Lowe Pro Whistler 450 AW II

Godox Witstro AD 600 Pro Bowens

Godox X Pro Transmitter

Jinbei KC-35 Umbrella Softbox

Jinbei JB-260 Al Light Stand

B+W HTC High Transmission CPL Filter

Kalahari Ledergurt für 2 Kameras

ratemypost

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Von |2020-03-11T17:11:54+00:0011.03.2020|Fotopraxis|0 Kommentare

Wie bereite ich mich auf ein Bühnenshooting vor

Wie bereite ich mich auf ein Bühnenshooting vor? Nach meinem ersten Shooting bei „Bodyguard“ dauerte es wider Erwarten nicht lange, da bekam ich die erste Anfrage und hatte plötzlich den Part von Johan Persson zu erfüllen. Wen wundert es, das mir dies tatsächlich die ein oder andere schlaflose Nacht bereitete.

Es ging um die Produktion „Soy de Cuba“ die in der Kölner Philharmonie zu Gast war. Ich war froh, die Philharmonie schon als Musiker kennengelernt zu haben. So kannte ich schon viele der Laufwege und konnte einschätzen, wo es gute Perspektiven zum Fotografieren gab. Ich beginne jedes Shooting damit, mich mit der Umgebung vertraut zu machen. Für mich hat sich bewährt, dort vor Beginn des Shootings genügend Zeit einzuplanen. So hat man während des Shootings schon viele Ideen was lohnenswerte Blickwinkel sind und von wo es keinen Sinn macht, Bilder zu machen. Das erspart wertvolle Zeit, in der sonst schöne Fotos verloren gehen können, weil man an der falschen Stelle steht.

Tänzer Kuba Tanzshow

28mm ISO 3200 1/200s f/3,5

Wichtig: Schaut immer, wo ihr unsichtbar seid. Wo kann das Publikum euch nicht sehen, wenn ihr während der Show von den Seitenbühnen fotografiert. Fotografiert ihr aus dem Zuschauerraum, gilt es unbedingt, die Zuschauer, die teure Tickets haben nicht zu stören. Egal ob ihr sie in der Sicht behindert, oder das Klicken der oder gar Piepen der Kamera zu hören ist.

Tänzer Kuba Tanzshow

30mm ISO 3200 1/250s f/4

Der Ablauf des Shootings war auf einem sogenannten Storyboard festgehalten. Dort waren die einzelnen Szenen sowie die jeweilige Lichtstimmung beschrieben. Und ganz wichtig, die Dauer der einzelnen Szenen. Schnell wurde mir bewusst, dass ein optimales Arbeiten von Nöten war, da der Zeitplan eng war.

Um mich vorab schon einmal auf die Situation einstellen zu können, habe ich mir von der Produktionsfirma Fotos schicken lassen und die EXIF Daten ausgewertet. Für mich immer noch ein guter Ansatz, sich auf neue Situationen vorzubereiten, wenn es nicht die Möglichkeit gibt, lange zu probieren. Es macht einen guten Eindruck, wenn man die Künstler nicht länger als nötig auf der Bühne hält. Es gilt also optimal vorbereitet zu sein.

Diese Daten liefern Informationen zu Kamera, verwendetem Objektiv, sowie ISO, Blende und Verschlusszeit.

Tänzer Kuba Tanzshow

200mm ISO 2500 1/250s f/3,2

Dieses Wissen half mir als Grundlage sehr, vor allem im Bereich der ISO Werte. Ich hatte als Landschaftsfotograf nach Möglichkeit immer mit ISO 100 fotografiert. Kein Problem, da sich meist nicht viel bewegt und man ein Stativ verwenden kann. Bei der Bühnen- und Konzertfotografie ist Licht meist nur sehr schwach vorhanden und zudem gilt es, Bewegungen „einzufrieren“. Deshalb arbeite ich dort sehr häufig mit ISO Werten bis 6400.

Da ich immer noch Equipment aus der Landschaftsfotografie nutzte, sprich meine geliebte leicht Canon EOS 6D und ein EF-L 24-70 f/4 sowie ein EF-L 70-200 f/4 war ich nach meinen ersten Erfahrungen beim „Bodyguard“ Shooting tatsächlich nicht gut genug ausgerüstet, um die Herausforderung zu meistern. Es galt also aufzurüsten. Welches Material ich seitdem Für meinen Shootings verwende erfahrt ihr in meinem nächsten Blog. Dort beschreibe ich die Vorteile von verschiedenen Kameras und Objektiven, sowie weiterem nützlichen Zubehörs und kleinen Gadget.

140mm ISO 3200 1/200s f/3,5

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ratemypost

z35W7z4v9z8w
Von |2020-03-11T16:59:25+00:0027.12.2019|Fotopraxis|0 Kommentare

Wie bin ich zur Bühnenfotografie gekommen?

Wie bin ich zur Bühnenfotografie gekommen?

Da ich in der Eifel groß geworden bin liegt es nahe Landschaften zu fotografieren. In meinen Augen als Jugendlicher gab es da auch sonst nicht viel anderes, dafür dies im Überfluss. Aus der vermeintlichen Not wurde eine Leidenschaft und ich hatte dank meines neuen Equipments wieder Spass an der Fotografie gewonnen. So entstanden meine ersten Aufnahmen auch an meinem damaligen Wohnort Köln und wen überrascht es…in der Eifel.

Kranhäuser Köln_frankwiesenphoto

Urftstaumauer im Nationalpark Eifel_frankwiesenphoto

Schnell wurde ich auf Portale wie 500px aufmerksam, wo ich meine Bilder hochladen und bei anderen Fotografen Ideen sammeln konnte.

Erstes Highlight war für mich die Teilnahme am „Bergsteiger“ Fotowettbewerb, den ich dann ganz überraschend gewann. Die Aufnahme machte ich bei den 3 Zinnen in Südtirol. Ich war in den Bergen unterwegs und sah eine uralte Stacheldrahtrolle, wohl aus dem 1. Weltkrieg. Dies brachte mich auf die Idee, diese als Rahmen zu nutzen, was auf die Geschichte bezogen in meinen Augen sehr aussagekräftig war. In diesem Gebiet sind in den Jahren des 1.Weltkrieges ca 90.000 Menschen gestorben.

Drei Zinnen frankwiesenphoto – Gewinnerbild Bergsteiger Fototage

Der Fotowettbewerb

Der Gewinn war eine Teilnahem an den „Bergsteiger“ Fototagen in Mittenwald, durchgeführt von Wolfgang Ehn und Heinz Zak.

Hier kommt jetzt die Trompete wieder in´s Spiel. Zu dieser Zeit hatte ich eine Anstellung beim Musical „Bodyguard“ im Musicaldome Köln. Um den Preis in Empfang nehmen zu können mußte ich mir frei nehmen. Dies war leider nicht möglich, der Preis verfiel, aber die Leute im Haus wurden auf meine Fotos aufmerksam. Was zunächst tragisch erscheint, nahm dann einen anderen Verlauf.

Kurze Zeit später gab es im Haus ein Werbeshooting mit dem englischen Fotografen Johan Persson, einem renommierten Fotografen am Londoner Westend.

Unser Dirigent fragte, ob ich vielleicht Lust hätte, dort auch zu fotografieren. Falls ja, würde er mal fragen, ob des möglich sei. Da ich diese Art der Fotografie nicht kannte, wurde ich neugierig und sagte zu. Nach dem ein oder anderen Hin und Her was die Möglichkeiten betraf war es dann soweit.

Erst nach dem Shooting begriff ich, dies war mein erster bezahlter Fotojob.

Das erste Shooting

Meine Aufgabe war es, Johan bei der Arbeit zu fotografieren, gleichzeitig durfte ich aber auch die Show fotografieren. Nachdem ich später meine Fotos an BB-Promotion schickte, war ich überrascht, dass sie mir meine Bilder abkaufen wollten.

Bodyguard-Das Musical-frankwiesenphoto

Bodyguard-Das Musical-frankwiesenphoto

Bodyguard-Das Musical-frankwiesenphoto

Während der Spielzeit hatte ich immer wieder die Möglichkeit, während der Show einzelne Szenen zu fotografieren. Ich hatte ziemlich genau ausgecheckt, bei welchen Stücken ich wie lange nicht Trompete spielen musste. Die Show kannte ich ja in- und auswendig.

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ratemypost

Von |2020-01-20T23:31:47+00:0009.09.2019|Fotopraxis|2 Kommentare